Der kfzteile24-Schrauberatlas: Was der Ersatzteilkauf über die Bundesländer erzählt

- Autobegeisterung im Westen, Nutzfahrzeug-Alltag im Osten, Parkschäden in der Stadt: Wo man wohnt, bestimmt, was man bestellt
- Pragmatisch unterwegs: 96 % aller Bestellungen sind Reparaturteile – Deutschland hält sein Auto in Schuss
- Selbst ist der Schrauber: Die Nachfrage nach Einbauanleitungen steigt – wer heute repariert, tut das informiert und gezielt
Deutschlands Autos werden älter, Werkstattkosten steigen, und die Bereitschaft, Reparaturen selbst in die Hand zu nehmen, wächst. kfzteile24, Deutschlands bekannteste Marke für Autoteile und Kfz-Zubehör, hat alle Bestellungen des Jahres 2025 ausgewertet – bundesweit und für jedes Bundesland einzeln. Das Ergebnis zeigt: Deutschland schraubt. Und je nachdem, wo man wohnt, schraubt man sehr unterschiedlich. Bundesweit zeigen die Daten ein eindeutiges Bild: 96 % aller Bestellungen entfallen auf Verschleiß- und Reparaturteile. Nur vier Prozent auf alles andere. Das Auto ist kein Lifestyle-Objekt – es ist Infrastruktur. Und Infrastruktur wird gewartet.
Ältere Autos, mehr Eigeninitiative
Das Durchschnittsalter der Fahrzeuge in Deutschland liegt bei 10,6 Jahren – und es steigt weiter. Bis 2030 werden drei von vier Autos auf deutschen Straßen älter als acht Jahre sein (Quelle: BCG/Wolk). Ältere Fahrzeuge verschleißen mehr, Reparaturintervalle werden kürzer, und die Kosten in Fachwerkstätten steigen. Die Reaktion vieler Autobesitzer ist pragmatisch: Sie übernehmen Wartung und kleinere Reparaturen selbst.
Rückenwind kommt auch aus der Politik: Die EU treibt das Recht auf Reparatur legislativ voran – mit dem Ziel, Verbrauchern den Zugang zu Ersatzteilen und Reparaturinformationen dauerhaft zu sichern. kfzteile24 beobachtet diesen Trend bereits heute in der steigenden Nachfrage nach Einbauanleitungen und Montagevideos auf den eigenen Plattformen. Wer heute selbst schraubt, tut das informiert und gezielt – Ölwechsel, Bremsbeläge, Filter, Leuchtmittel. Nicht weil moderne Fahrzeuge einfacher geworden wären, das Gegenteil ist der Fall. Komplexere Elektronik und engere Motorräume verlagern den DIY-Bereich zunehmend auf wartungsintensive Standardjobs, bei denen das richtige Teil und eine gute Anleitung den Unterschied machen.
„Unsere Bestelldaten sind aussagekräftiger als manche Konjunkturprognose. Sie zeigen: Die Menschen in Deutschland packen an, reparieren selbst und wollen dabei nicht suchen – sondern finden. Das richtige Teil, sofort. Genau das ist unser Job", sagt Markus Winter, CEO von kfzteile24.
Wo der Alltag Spuren hinterlässt: Hamburg, Berlin, Bremen
Enge Straßen, knappe Parklücken. Wer schon mal versucht hat, in einer engen Hamburger Seitenstraße einzuparken, weiß: Der Außenspiegel ist das erste Opfer. Hamburg bestellt pro Kopf viermal so viele Außenspiegel wie der Bundesdurchschnitt, Windschutzscheiben dreimal so viele. Bremen teilt das Spiegel-Problem mit Hamburg – und überrascht mit einem Bonus: Blinker werden in Bremens engen Vierteln überdurchschnittlich oft ersetzt. Berlin ist hingegen Deutschlands Ganzjahresreifen-Hochburg – fast dreifacher Bundesdurchschnitt. Warum zweimal im Jahr zum Reifenwechsel, wenn ein Allrounder reicht? Starterbatterien liegen ebenfalls deutlich über Schnitt: Das Auto, das unter der Woche kaum bewegt wird und am Wochenende kurze Strecken dreht, ist ein klassischer Batterie-Killer.
Bergab geht's auf die Bremse: Bayern, Saarland, Hessen
Steigungen und Kurven fordern Bremsen und Fahrwerk. Das Saarland führt das Bremsranking an: Fünf der am stärksten nachgefragten Kategorien drehen sich ums Bremssystem – Bremsbacken, Trommeln, Komplettsets. Die Hügel an der französischen Grenze lassen grüßen. Bayern ist Deutschlands Spritzblech-Champion, 72 % über Bundesdurchschnitt: Auf Bergstraßen fliegen Splitt und Kiesel – und die Spritzbleche fangen alles ab. Hessen setzt auf Brems-Komplettsets und Winterreifen. Wer den Feldberg regelmäßig hochfährt, investiert lieber einmal in ein ordentliches Bremspaket. Tuning-Fahrwerke und Spurverbreiterungen liegen ebenfalls über Schnitt.
Wo die Straße das letzte Wort hat: Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Meck-Pomm
Straßenzustand, Lkw-Verkehr und Weite prägen das Bestellbild. Sachsen-Anhalt kauft fast dreimal so viele Windschutzscheiben wie der Schnitt: Auf der A2 und A14 mit dichtem Schwerlastverkehr fliegen die Steine besonders weit. Sachsen fällt durch linke Kotflügel, Frontmasken und Frontverkleidungen auf – ob Wildwechsel im Erzgebirge oder enge Begegnungen auf Vogtland-Landstraßen, die Fahrzeugfront leidet. Thüringen bestellt doppelt so viele Blattfedern wie der Bundesdurchschnitt: Blattfedern stecken typischerweise in Transportern und Nutzfahrzeugen, die im Thüringer Wald auf Forst- und Feldwegen unterwegs sind. Mecklenburg-Vorpommern kauft doppelt so viel Unterfahrschutz wie der Rest der Republik. Wer die B96 kennt, braucht keine weitere Erklärung.
Mit Herzblut unter der Haube: NRW, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg
NRW führt bei Tuning-Fahrwerken und Spurverbreiterungen – zwischen Essen Motor Show und einer lebendigen Szene im Ruhrgebiet wird der Wagen hier am liebsten tiefer und breiter gemacht. Rheinland-Pfalz überrascht mit einem Zeitsprung: 86 % mehr Zündkontakte, 63 % mehr Vergaser als im Bundesschnitt – die Oldtimer-Szene rund um den Nürburgring lebt, und sie schraubt. Baden-Württemberg wechselt Reifen saisonal, wie sich's gehört: Winter- und Sommerreifen über Schnitt, Ganzjahresreifen 53 % darunter. Und Steuerketten liegen ebenfalls über Durchschnitt – in der Heimat von Bosch, Porsche und Mercedes wartet man nicht, bis die Kette rasselt.
Wenn die Strecke ans Material geht: Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Brandenburg
Lange Strecken, Anhängerlasten, Pendlerverkehr. Schleswig-Holstein bestellt 84 % mehr Kardanwellen als der Bundesdurchschnitt: Wer regelmäßig Boote zum Wasser zieht oder Pferdehänger über Feldwege bewegt, belastet den Antriebsstrang mehr als jeder Stadtpendler. Brandenburg bestellt doppelt so viele Automatikgetriebe-Teile – die Pendler ins Berliner Stop-and-go wissen warum. Niedersachsen fällt mit Wärmetauschern auf: Flaches Land, kalte Küstenwinde, lange Winter – die Heizung muss einfach laufen.
Ein Land, viele Schrauberkulturen
So verschieden die Bundesländer im Detail auch sind – das Grundmuster ist überall dasselbe: Das Auto wird gefahren, gepflegt und repariert. Fahrzeuge werden älter, Werkstattpreise steigen, und das Wissen rund ums eigene Auto wächst. Wer heute selbst schraubt, tut das informiert – mit Montagevideos, Einbauanleitungen und dem richtigen Teil. Für kfzteile24 ist das kein Randthema, sondern Kerngeschäft.
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Zur Methodik: Datenbasis sind alle kfzteile24-Bestellungen des Jahres 2025. Ausgewertet wurden ausschließlich echte Kfz-Ersatzteile – keine Chemie, kein Zubehör, keine Werkzeuge – mit einem Mindestvolumen von 500 Stück national und 50 Stück im jeweiligen Bundesland. Der Überindex gibt an, wie stark der Anteil einer Teilekategorie im Bundesland vom nationalen Durchschnitt abweicht (Index 1,0 = Durchschnitt).